Skip to main content

Folgen Sie uns in den sozialen Medien

Tizians Himmelfahrt

Tizians Himmelfahrt

1:48

Tizians Himmelfahrt

0:00
1:48

Audio-Transkription

Bewundernswerte Altarbilder schmücken die verschiedenen Kapellen der Kathedrale, aber das berühmteste Werk hängt im ersten Altar des linken Seitenschiffs. In der Mitte der Kapelle Cartolari-Nichesola befindet sich Tizians Altarbild der Mariä Himmelfahrt.

Die Kapelle wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auf Veranlassung des Kanonikers Bartolomeo Cartolari errichtet. Sie war den Heiligen Stephanus und Laurentius geweiht, die noch heute auf den Marmorlisenen eingemeißelt sind.

Später ging die Kapelle in den Besitz der Familie Nichesola über, die Jacopo Sansovino mit dem Umbau beauftragte. 1530 schuf der Bildhauer das Grabmal des Bischofs Galesio Nichesola auf der linken Seite und vermittelte den Kauf von Tizians Altarbild der Mariä Himmelfahrt.

Das von der Geschichte der Himmelfahrt der Jungfrau Maria inspirierte Gemälde wurde 1797 im Zuge der Napoleonischen Feldzüge von den Franzosen geraubt und später an Italien zurückgegeben. Maria auf einem Wolkenthron im Himmel nimmt Abschied von den Aposteln. Die einen sind erschüttert über ihren plötzlichen Tod, die anderen suchen noch immer staunend und ungläubig über das Wunder der Himmelfahrt nach ihrem Leichnam im leeren Sarg. Sie tröstet sie mit einem mitfühlenden und sanften Blick und hinterlässt ihnen als Andenken einen Gürtel, den der Apostel Thomas, in der Bildmitte, auffängt. Das Werk kann zwischen 1527 und 1530 datiert werden.