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Baptisterium: Quelle der Wiedergeburt

Baptisterium - Quelle der Wiedergeburt

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Baptisterium - Quelle der Wiedergeburt

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Audio-Transkription

Die erste Szene vor uns ist die Taufe Christi. Ein Moment, in dem der heilige Johannes der Täufer, begleitet von zwei Engeln, in der Geste steht, seine Hand auf das Haupt Jesu zu legen. Die Flachreliefs sind gegen den Uhrzeigersinn nach rechts zu lesen.

Die zweite Bildplatte zeigt die Verkündigung. Der Erzengel Gabriel tritt vor Maria, die, gemäß der byzantinischen Ikonografie, als junge Frau auf einem Kissen sitzend mit einer Spindel das Tuch für den Tempel von Jerusalem webt. In der dritten Bildtafel des Oktagons sind die Episode der Heimsuchung mit der Geburt Christi vereint. Links sehen wir Maria und Elisabet, die Mutter von Johannes dem Täufer, wie sie sich gegenseitig den Schoß streicheln und so auf das Wunder ihrer Mutterschaft anspielen. Weiter rechts stoßen wir auf eine Erzählung mit mehreren Ebenen. Oben liegt das Jesuskind in Windeln zwischen Ochs und Esel. Darunter ruht sich Maria im Liegen von den Mühen der Geburt aus, während Josef, etwas abseits, über das Geheimnis der Geburt sinniert. Weiter gegen den Uhrzeigersinn finden wir die Verkündigung an die Hirten. Eine Herde von Schafe, die übereinander dargestellt sind, um die fehlende Perspektive auszugleichen, blickt auf eine Weinflasche und einen an einem Baum hängenden Mehlsack, Symbole, die auf die Eucharistie verweisen. Setzen wir die Betrachtung der Bildtafeln in die rechte Richtung fort, sehen wir die Anbetung der Heiligen Drei Könige vor der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind. Hier fällt ein Detail auf: Der Körper der Gabenbringer ist Jesus zugewandt, aber ihre Füße blicken in die entgegengesetzte Richtung und verweisen so auf eine Verbindung zu den weiteren Ereignissen in den nachfolgenden Szenen. Auf einem Podium sitzend, ruft Herodes seine Soldaten zusammen und befiehlt ihnen, nach dem Jesuskind zu suchen. Die Soldaten antworten mit dem Gemetzel an den Unschuldigen, das auf der nächsten Tafel voller blutiger Details dargestellt ist. Den Abschluss des Oktagons bildet die Szene der Flucht nach Ägypten. Links sieht Josef im Traum einen Engel, der ihn auffordert, seine Familie ins Land der Pharaonen zu bringen. Rechts hingegen, wie in einer erzählerischen Sequenz, sitzt Maria auf einem Esel und hält eine Wasserflasche, die auf das Taufbecken verweist, während Josef Jesus auf den Schultern trägt. Am Fuß eines der kleinen Rundbögen, in einem Kapitell, entdecken wir schließlich ein kurioses Detail: eine Katze mit einer Maus im Maul, eine mittelalterliche Metapher, die darauf hinweist, dass man einer Gefahr entkommen ist.